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Ralf Schumann
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Nach Baustopp setzt die OTG den Umbau Tenevers fort.

   

Über die Gründe der Verzögerung und wie es nun weitergeht im Quartier, sprachen wir mit GEWOBA-Vorstand Manfred Sydow und OTG-Geschäftsführer Ralf Schumann.

QUARTIERBLICK: Herr Schumann, in Tenever geht es nach Unterbrechung weiter mit der Sanierung – sicher die wichtigste Nachricht für die Bewohner des Quartiers. Was war der Grund für die Verzögerung?
SCHUMANN: Der Grund war, dass Bausenator Jens Eckhoff das Konzept und die wirtschaftliche Situation der OTG noch einmal überprüft hat. Ob das, was wir hier machen, auch angesichts der geänderten Rahmenbedingungen in Ordnung ist. Gemeinsam haben wir festgestellt, dass wir mehr abbrechen müssen als ursprünglich geplant. Nicht nur im Bereich der OTG entlang der Otto-Brenner-Allee, sondern sinnvollerweise auch im Nordteil Tenevers. In der Neuwieder Straße hat die GEWOBA darum zwei Häuser, die noch dritten Eigentümern gehörten, übernommen und wird diese in den kommenden Monaten abreißen lassen. Das ist das neue Konzept, das ist politisch beschlossen und somit kann es weitergehen.

QUARTIERBLICK: OTG gleich GEWOBA – so lautet verkürzt die zweite wichtige Nachricht. Herr Sydow, wenn die GEWOBA jetzt die BIG-Anteile übernimmt, was wird dann aus der OTG?
SYDOW: Zunächst möchte ich sagen, dass die Zusammenarbeit der beiden Partner BIG Bremer Investitions-Gesellschaft und GEWOBA in der OTG sehr gut und erfolgreich war. Ob wir jetzt, wo die BIG als Gesellschafter ausgeschieden ist, die OTG als etablierte Marke beibehalten werden oder nicht, das kann ich noch nicht sagen. Das wird sich erst in den nächsten Monaten entscheiden. Sicher ist aber – unabhängig davon, ob wir als OTG oder GEWOBA agieren –, dass sich für die Bürger vor Ort dadurch nichts verändern wird und die Modernisierung weitergeht.

QUARTIERBLICK: Was sind die konkreten nächsten Schritte in Tenever?
SCHUMANN: Auch wenn jetzt Baustopp war, haben wir nicht alles beiseite gelegt, sondern die Maßnahmen, die nicht umstritten waren, weiter vorbereitet. Dadurch konnten wir die vorgelagerten Altenwohnungen an der Otto-Brenner-Allee bereits abreißen. Der Block 410 wird zurzeit noch entkernt und ist ab Anfang September mit dem Rückbau dran. Im Herbst folgen die Winkel in der Wormser und Anfang nächsten Jahres der Winkel in der Kaiserslauterner Straße. In der Wormser Straße beginnen wir jetzt mit den Modernisierungsmaßnahmen: also neue Bäder, neue Fassade, das ganze Programm. So gesehen wollen wir die Verzögerungen durch schnelles Handeln wieder aufholen. Zumal die Handwerksfirmen immer Stand-by gestanden haben und jederzeit wieder loslegen konnten.

QUARTIERBLICK: Also bleibt es beim ursprünglichen Zeitplan?
SCHUMANN: Vielleicht wird er um zwei, drei Monate verlängert, aber nicht wesentlich. Ich rechne damit, dass wir bis 2007 mit der Modernisierung entlang der Otto-Brenner- Allee fertig sind und im nördlichen Teil bis etwa 2009 unsere Arbeit abgeschlossen haben.

QUARTIERBLICK: Bevor Sie mit dem Abriss in der Neuwieder Straße beginnen, müssen Sie den jetzigen Bewohnern neue Wohnungen anbieten. Manchen Mietern zum zweiten Mal.
SCHUMANN: Ja, da kommen wir nicht drum herum. Und dass einige Bewohner zum zweiten Mal innerhalb von knapp eineinhalb Jahren umziehen müssen, macht die Sache nicht angenehmer. Aber auf der anderen Seite können wir ihnen jetzt komplett sanierte Wohnungen wie in der Pirmasenser Straße anbieten – und da sind sie vor weiteren Umzügen sicher. Das macht es allen Beteiligten etwas leichter, hoffe ich.

QUARTIERBLICK: Mehr Rückbau heißt auch mehr freie Flächen. Was wird daraus?
SYDOW: Wir haben ja schon einiges realisiert, zum Beispiel mit der Grünflächengestaltung auf der jetzt freien Fläche, auf der früher der Kessler-Block stand. Dazu werden Mietergärten und Spielplätze kommen. Und im Bereich der Neuwieder Straße planen wir, Bauland für kleinteilige Bebauung zu entwickeln ...

QUARTIERBLICK: ... also Einfamilien- und Reihenhäuser?
SYDOW: Ja, das ist beabsichtigt. Preisgünstige Häuser für Familien mit Kindern – das ist sicher ein rundes Konzept.

QUARTIERBLICK: Wird die GEWOBA diese Häuser bauen?
SYDOW: Nein. Wir entwickeln nur das Bauland für andere Bauträger.

QUARTIERBLICK: Eine strittige Frage war schon immer die Ansiedlung des Einzelhandels. Wissen Sie inzwischen, wo die Teneveraner in Zukunft einkaufen werden?
SCHUMANN: Wir können konkret sagen, dass Aldi in die Koblenzer Straße kommen wird.

QUARTIERBLICK: Schwierigkeiten gab es mit der Übernahme der Mieten bei Arbeitslosengeld- II-Empfängern. Wie stehen die Verhandlungen mit der Sozialbehörde?
SCHUMANN: Wir stehen noch in Verhandlung, sind aber auf der Zielgeraden. Was man schon sicher sagen kann: Die Belegung der Wohnungen wird in Einzelfällen höher ausfallen müssen, um über die Grenze zu kommen. Das heißt, dass zwei Kinder sich ein Zimmer teilen müssen.

QUARTIERBLICK: Wie wird Tenever in knapp vier Jahren aussehen und wer wird dann hier wohnen?
SYDOW: Wenn wir mit dem Umbau fertig sind, werden wir in Tenever einen vollständig modernisierten Wohnungsbestand anbieten können, der mit zum Besten gehört, was wir in Bremen haben. Wohnungen, die fast Neubauqualität haben und über hervorragende Grundrisse verfügen, in einem Quartier mit ausgezeichneter Infrastruktur. Wir gehen davon aus, dass eine gute Mischung von Menschen hier wohnen wird und der Stadtteil spätestens dann sein negatives Image, das er leider immer noch hat, ins Positive verändern wird, so dass wir Tenever besser vermarkten können und in absehbarer Zeit voll vermietet haben werden. Das ist das Ziel.

SCHUMANN: Die Menschen, die heute in Tenever wohnen, werden auch weitestgehend die zukünftigen Bewohner sein. Die wollen wir ja auch hier halten und das haben wir bei den Umsetzungen auch zu mindestens 70 Prozent erreicht. Die Zuzugsgeschichte ist bestimmt nicht einfach hinzukriegen. Aber ich glaube, dass Tenever mit seinen über 80 Nationalitäten und mit seiner sozialen Infrastruktur ein hervorragender Standort insbesondere für Familien mit Kindern sein wird. Denn Tenever ist schon heute der jüngste Stadtteil Bremens und das wird auch sicher so bleiben.

 


























































OTG Osterholz-Tenever-Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG
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